Und schon haben die Rattenfänger ein weiteres Opfer gefunden. Aber was soll ich „Gutmensch“ (wink an die Blaunen) auch schon wissen.
Hier die Antwort eines Deepsearches in ChatGPT zur Frage, ob die Behauptungen der o.g. Seite belegbar sind
Zitat von ChatgptAlles anzeigenJa — aber nur teilweise.
Der technische Kern ist belegbar: Start-Stopp erhöht die Zahl der Startvorgänge; beim Wiederanlauf ist die Gleitlager-Schmierung kurzfristig nicht voll hydrodynamisch, sondern im Grenz-/Mischreibungsbereich. Das ist ein realer tribologischer Belastungsfall. Eine Fachübersicht zu Start-Stopp-Lagertribologie beschreibt genau dieses Problem: Beim Start ist die Drehzahl zunächst zu niedrig, um sofort einen vollständigen hydrodynamischen Ölfilm aufzubauen; Start-Stopp führt deshalb zu zusätzlichen Last- und Schmiertransienten an Lagern, Kurbeltrieb usw. (ScienceDirect) Auch Untersuchungen zu polymerbeschichteten Lagern bestätigen, dass Start-Stopp die Grenz- und Mischreibungsanteile in hoch belasteten Motorbereichen deutlich erhöht; polymerbeschichtete Lager schneiden dabei besser ab als konventionelle Lager, sind aber trotzdem Gegenstand von Verschleißuntersuchungen. (Semantic Scholar)
Nicht sauber belegt sind dagegen die starken Schlussfolgerungen der MIK-Seite: „langfristig den Motor ruinieren“, „größter Feind der Motorlebensdauer“, „Motor altert im Zeitraffer“ und „Lagerschaden nur noch eine Frage der Zeit“. Diese Aussagen stehen dort zwar sehr prominent, aber die Seite liefert dafür keine nachvollziehbare Studie, keine Datenbasis, keine Stichprobengröße und keinen Vergleich mit realen Serienfahrzeugen. (MIK Motoren GmbH)
Der angeführte 48-Stunden-Test ist besonders schwach belegt. Die Seite behauptet, ein Dieselmotor sei im Sekundentakt gestartet und gestoppt worden; nach 48 Stunden, angeblich etwa einem Jahr Start-Stopp-Betrieb, hätten Standardlager und auch Polymerlager sichtbaren Verschleiß gezeigt. (MIK Motoren GmbH) Ohne Angaben zu Motortyp, Öltemperatur, Lastprofil, Öl, Lagerhersteller, Zykluszahl, Wiederholungen, Kontrollmotor und Messmethode ist das eher ein Demonstrationsversuch als ein belastbarer Beleg für typische Motorschäden im Alltagsbetrieb.
Die oft zitierte Aussage, rund 80 % des Motorverschleißes entstünden beim Start, ist in dieser Form ebenfalls problematisch. Sie kann als grobe Werkstatt-/Tribologie-Faustformel für Kaltstarts kursieren, wird im Artikel aber nicht belastbar referenziert. Vor allem sind Start-Stopp-Neustarts meist Warmstarts, denn Systeme arbeiten je nach Fahrzeug nicht oder eingeschränkt, wenn Batterie, Temperatur oder Betriebsbedingungen nicht passen; der ADAC nennt unter anderem schwache Batteriespannung und nicht erreichte Betriebstemperatur als Abschalt-Hinderungsgründe. (ADAC)
Die Aussage, Start-Stopp spare nur wenig Kraftstoff, ist zu pauschal. Der Nutzen hängt stark vom Fahrprofil ab. Die US-EPA nennt typischerweise etwa 4–5 % Verbrauchsvorteil, besonders bei Stop-and-go-Verkehr. (US EPA) Eine SAE/Oak-Ridge-Untersuchung fand je nach Testzyklus stark unterschiedliche Effekte, mit bis zu 7,27 % im FTP-Stadttest und 26,4 % im sehr leerlaufintensiven New-York-City-Cycle. (SAE Mobilus) Der ADAC spricht im Stadtverkehr von bis zu 15 %. (ADAC)
Auch die Empfehlung, Start-Stopp dauerhaft zu deaktivieren, ist nicht unproblematisch. Der ADAC warnt, dass dauerhaftes Abschalten per Dongle/App je nach Fahrzeug zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen und bei der HU wegen verschlechtertem Abgasverhalten auffallen kann. (ADAC) Außerdem weist der ADAC darauf hin, dass Starter und Starterbatterie bei Start-Stopp-Fahrzeugen konstruktiv auf höhere Anforderungen ausgelegt sind. (ADAC Presse)
Fazit:
Die MIK-Argumentation enthält einen wahren technischen Mechanismus: mehr Starts bedeuten mehr Mischreibungsphasen, und Lager/Öl/Starter/Batterie müssen dafür ausgelegt sein. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass Start-Stopp bei normalen Serienfahrzeugen regelmäßig Motoren ruiniert oder dass Deaktivieren immer wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Seite überzieht die belegbare Technik zu einer sehr starken Schadensbehauptung — plausibel als Risikoargument bei bestimmten Motoren, schlechtem Öl, Kurzstreckenbetrieb oder bereits grenzwertigem Öldruck, aber nicht allgemein bewiesen.
Also: immer fein weiter deaktivieren, kostet ja nur Geld 😉